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Wie Cloud-ready sind Unternehmen wirklich? (Teil 2/2)

GrafikUnternehmen der DACH-Region sind schon sehr fit in Sachen Cloud Readiness, so die von Computerwoche, CIO und TecChannel veröffentlichte Studie „Cloud Readiness 2015“. Was häufig noch fehle, seien qualifizierte Experten für die Cloud Transformation sowie Antworten auf organisatorische und technische Fragen der Cloud-Nutzung. Das Fazit: Unternehmen müssen sich dem Thema jetzt widmen – davon bin auch ich überzeugt. Die Digitalisierung schreitet rasend schnell voran. Wer sich schnellstmöglich die Vorteile der Cloud zu Nutzen macht, schafft damit die Voraussetzung, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Wer zögert, verliert.

Im ersten Teil dieses Beitrags habe ich die Ergebnisse zum Thema Cloud Readiness Check näher betrachtet. Dabei fiel auf, dass ein solcher Check unbedingt alle Unternehmensbereiche umfassen sollte. Die Digitalisierung rüttelt auch an festen Geschäftsmodellen und -prozessen. Aber was bedeutet das für Unternehmen und ihren Weg in die Cloud?

Alle Unternehmensbereiche integrieren
Betrachtet man IT-Prozesse im Unternehmen – insbesondere in Industriebetrieben –, stellt man oft fest, dass die Produktions-IT oder produktionsnahe IT in den Händen der Instandhaltung oder externer Dienstleister liegt. Dementsprechend hat die Unternehmens-IT solcher Betriebe mit dem Thema Industrie 4.0 nicht viel zu tun. Auch die Cloud Readiness Studie zeigt auf, dass auf einer Skala von 1 (gar nicht Cloud-ready) bis 10 (vollständig Cloud-ready) die IT-Abteilung immerhin einen Mittelwert von 7,1 erreicht, während der Produktionsbereich mit dem Wert 4,7 das Schlusslicht in Sachen Cloud Readiness bildet.

Damit Industrie 4.0 überhaupt möglich wird, braucht sie bestimmte Architekturen und Geschäftsmodelle, die zum Beispiel in der Cloud stattfinden können. Ich halte es für wichtig, dass man die produktionsnahe IT ebenso im Hinblick auf die Cloud Transformation erfasst wie die IT-Abteilung selbst.

Deshalb scheint die Unterteilung der IT in folgende 3 Kategorien sinnvoll, da diese auch unterschiedliche Architekturen benötigen:

  1. IT zur Geschäfts-Prozess-Unterstützung
  2. IT zur Produktionssteuerung, Produkt- und Service-Erstellung
  3. IT im Produkt

Dies ist entscheidend, um eine erfolgreiche Cloud-Strategie zu entwickeln.

Geschäftsprozesse und -modelle anpassen
Laut der Studie hat sich zumindest die Mehrheit der Unternehmen schon einmal damit beschäftigt, welche Prozesse sich mit Cloud-Lösungen optimieren lassen. Gut ein Fünftel der Befragten ist sich zudem sicher, dass die Cloud bestimmte Geschäftsmodelle oder -chancen für das eigene Unternehmen  ermöglicht. Ein weiteres Fünftel hält dies für wahrscheinlich, gut ein Viertel der Befragten immerhin für möglich.

Die Migration in die Public Cloud ist Voraussetzung, um eine Produkt-IT, also eine IT in den Produkten, zu ermöglichen und somit die Digitalisierung zu meistern. Hier macht es wenig Sinn in Schubladen wie on-premise, public oder private zu denken – Unternehmen müssen sich vielmehr überlegen, welche IT-relevanten Funktionalitäten in einem Produkt zukünftig wichtig für die Kunden werden. Was erwartet der Kunde an zusätzlichen Funktionalitäten, die durch digitale Technologien abgedeckt werden können? Die Public Cloud bietet hier den entscheidenden Vorteil, denn bei einem Produkt, das sich viele Millionen Male weltweit verkauft, lassen sich Software-Updates nicht mehr über eine „Werkstatt“ abwickeln.

Wie Cloud-ready ist Ihr Unternehmen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

In Kategorie: IT

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